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Samstag, 19.05.2012

Herzlich Willkommen

Wir sind die Viernheimer Pfadfinder vom Stamm Folke Bernadotte. Ihr findet auf dieser Homepage Infos über den einzelnen Altersstufen, über unserem Stamm und über unseren finanziellen Träger, den "Pfadfinder Viernheim e.V.".
Wenn eure Fragen hier unbeantwortet bleiben, wendet euch an uns, wir werden sie euch gerne beantworten.

Die Gruppenstundenzeiten im Überblick:
Wölflinge (7-11 Jahre): Donnerstags 18.30 bis 19.00 Uhr
Jungpfadfinder (11-13 Jahre): Samstags 10.30 bis 12.30 Uhr
Pfadfinder (13-16 Jahre): Sonntags 17.00 bis 19.00 Uhr
Rover (16-19 Jahre): Dienstags ab 19.00 Uhr
Stammesleiterrunde: Die Sitzungen der Leiterrunde finden zweiwöchentlich statt, den nächsten Termin könnt ihr gerne bei uns erfragen

Kontakt: info(at)pfadfinder-viernheim(dot)de

Homepage: http://www.pfadfinder-viernheim.de

 

75 Jahre Pfadfinder in Viernheim

Predigt im Festgotttesdienst am 6.Mai von Pfr. Ignaius Löckemann, Kurat

Robert Baron Baden-Powell, von den Pfadfindern liebevoll BP genannt, hatte sich während seiner Militärzeit früh als fähiger Ausbilder junger Rekruten bewiesen. In England, wo ihm von so vielen Jugendlichen Verehrung entgegenschlug, wandte er sich zunehmend dem Gedanken der Jugendarbeit zu. Er wurde 1903 Vizepräsident ehrenhalber der christlichen Jugendorganisation „Boys’ Brigade“. William Alexander Smith gegenüber, dem Gründer dieser Organisation, erwähnte er eines Tages, dass Scouting das Programm für die Jungen noch attraktiver machen würde als die dort üblichen Drill-Übungen. In den nächsten Jahren sammelte Baden-Powell nach und nach Ideen für ein eigenes Jugendprogramm. 1906 schickte er einen ersten schriftlichen Entwurf für ein Pfadfinderprogramm an verschiedene Organisationen. Im nächsten Jahr führte er auf Brownsea Island ein Probelager durch – unsere Pfadfinder waren 2010 dort. 1908 erschien dann schließlich das fertige Werk unter dem Titel Scouting for Boys. Der Erfolg war durchschlagend, und bald bildeten Jungen in ganz England selbständige Pfadfindersippen und –trupps – und 1937, kaum 30 Jahre nach der Gründung auch in Viernheim in den bewegenden Zeiten der NS-Diktatur. 75 Jahre ist dies nun her und heute feiern wir diese Gründung, feiern wir 75 Jahre Viernheimer Pfadfinder im Verband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG)!
Gott ist nicht irgendeine engstirnige Persönlichkeit, wie sich das einige Leute vorstellen, sondern ein gewaltiger Geist der Liebe, der über den kleinen Unterschieden von Erscheinung und Glaube und Herkunft steht und der jeden segnet, der wirklich versucht, sein Bestes in Gottes Dienst zu tun, so gut er es eben versteht. – Dieses Zitat von Baden-Powell macht deutlich, dass unsere Pfadfinder aus dem Geist des christlichen Glaubens heraus leben und arbeiten. Es ist dieser gewaltige Geist der Liebe, der über 75 Jahre hinweg hier junge Menschen bewegt hat zusammen zu kommen, Zeit miteinander zu verbringen, das Leben zu teilen und sich für das Leben einzusetzen. Viele Generationen haben an diesem Werk mitgearbeitet, haben ihrerseits die Viernheimer Pfadfinder motiviert und geprägt. In besonderer Weise sind hier die Pfadfinder der ersten Stunde zu nennen: Michael Reinhardt, Hermann Bauer, Hans Bugert und Georg Wunder.


Die Lesungen, die wir eben gehört haben kreisen um ein zentrales Thema unseres Glaubens, ein Thema, das wirklich wunderbar auch zum Leben der Pfadfinder passt:
…wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit (1Joh 3, 18) Pfadfinder sind Menschen der Tat: Jeden Tag eine gute Tat. Und: Allzeit bereit! – das sind die Leitworte der Pfadfinder, die zeigen, dass es ganz praktisch zugehen soll, erfahrbar, beeindruckend in Erlebnissen und im gemeinsamen Tun, im Einsatz für die Menschen hier und in unseren Projekten und in der Bewahrung der Schöpfung.

Aus dem Bereich der Schöpfung nimmt Jesus eines seiner berühmtesten Bilder, das vom Weinstock und den Reben. Worum es dabei geht? Um Verbundenheit: Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch (Joh 15, 4). Wir sollen, ja, wir müssen, wenn wir als Christen leben wollen mit Jesus Christus verbunden sein, bleiben oder uns immer wieder verbinden lassen, bzw. verbinden. Und so sind eben die Pfadfinder – um die Verbundenheit etwas moderner auszudrücken – Netzwerker/innen Jesu! Pfadfinder knüpfen Netze, die Menschen mit Menschen verbinden: innerhalb des Stammes ebenso, wie zu den Menschen unserer Stadt, unseres Dekanates oder des pfadfinderischen Bezirks, innerhalb des Bistums und unseres Landes, aber auch weit darüber hinaus zu unseren Partnerstädten in England (Potters Bar/Cuffley), Frankreich (Franconville), Italien (Rovigo), aber auch nach Sato Nevri in Burkina Faso, wo einige vom Stamm eindrucksvolle Tage erlebten oder nach Polen (Olecko), von wo Pfadfinder  beim Internationalen Sommerlager 2011 in Viernheim gekommen waren.

Und was ist ganz und gar wichtig, wenn man Netze erstellen will? Was braucht es? Richtig: Knoten! Knoten durchziehen das Leben eines Pfadfinders wirklich:
    beim Bau eines Bannermastes
    beim Abspannen der Zelte
    beim Binden eines Lagerkreuzes
    oder beim Aufhängen eines Müllbeutels in der Lagerküche
    zum Sichern beim Klettern
    beim Verbinden zweier Seile miteinander
    beim Annähen eines Knopfes oder der badges/Aufnäher fürs Klufthemd ('heißbegehrtest' bei Pfadfindern!)

Knoten geben Halt, sichern ab, halten Spannung aus, verbinden, tragen Lasten.
Es gibt unterschiedliche Knoten, die unterschiedlich geknüpft werden für unterschiedliche Anforderungen und unterschiedliche Aufgaben. Zum Leben eines Pfadfinders gehört es, dass man Knoten beherrscht und Seile somit fachgerecht knüpfen kann.
Wenn das Leben schwierig wird oder gefährlich sogar, wenn du plötzlich hängst, dann ist es gut, wenn du irgendwo verankert bist, wenn dich andere halten, die mit dir den Weg wagen. Dann ist es gut, wenn du dein Vertrauen auf eine Verbindung setzen kannst, die dich hält, die deine Last mit trägt. Das ist im Grunde und fundamental der Sinn und der Inhalt des Pfadfinderseins.
 
Und ich bin wirklich immer wieder erstaunt und – ja auch – stolz zu sehen und zu erleben, wie ihr als Pfadfinder hier in Viernheim, wie wir
miteinander Wege suchen Verbundenheit zu leben und zu gestalten, immer wieder neu,
 ganz praktisch in der liebevollen Tat, aus dem Geist unseres christlichen Lebens heraus,
ritterlich tugendhaft, wie der Hl. Georg,
menschlich engagiert und mutig, wie Folke Graf Bernadotte
engagiert, tolerant und großherzig, wie Baden-Powell es sich gewünscht hat in seinem Abschiedsbrief:

Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder!
Dies ist mein Abschiedsbrief und somit das letzte Mal, dass ich zu euch spreche. Erinnert euch stets daran, dass ihr versuchen müsst, im Leben glücklich zu sein, und die anderen glücklich zu machen. Dies scheint sehr einfach und angenehm, nicht wahr? Ihr macht zuerst einmal andere glücklich, indem ihr ihnen gute Taten tut. […] Ich glaube, dass Gott uns in diese Welt gestellt hat, um glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. Glück ist nicht eine Folge von Reichtum, Erfolg oder Nachsicht gegen sich selbst. Wichtig ist, dass ihr euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn ihr einmal erwachsen seid. […] Begnügt euch mit dem, was ihr habt und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Versucht, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen. Versucht die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt. Wenn dann euer Leben zu
Ende geht, werdet ihr beruhigt sterben können im Bewusstsein, dass ihr eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer "euer Bestes" getan habt. Seid „allzeit bereit“, glücklich zu leben und glücklich zu sterben. Haltet euer Pfadfinder-Versprechen auch dann, wenn ihr keine Kinder mehr seid. Gott helfe euch.

Euer Freund Baden-Powell
(aus den Abschiedsbriefen BiPis an die Pfadsfinderinnen und Pfadfinder der Welt)
Quelle: Spuren des Gründers, Georgs-Verlag, Neuss. O.J.

Herr Jesus Christus! Du hast gesagt: „Seid bereit!“ Dieses Wort ist unser Wahlspruch. „Allzeit bereit“ wollen wir sein und nach deinem Beispiel handeln: wahr im Reden und verlässlich im Tun. Zu deiner Kirche wollen wir halten und allen Menschen Bruder oder Schwester sein: bereit zum Verzeihen, selbstlos im Helfen, geduldig, wenn es schwierig wird. Zeige uns unseren Weg und begleite uns auf dem Pfad, der zum Leben führt. Dir wollen wir folgen und unser Bestes tun. Hilf uns dazu und segne uns. Amen.

Neuer Stammesvorstand der Viernheimer Pfadfinder

Die Viernheimer Pfadfinder gehen mit einem neuen und verjüngten Stammesvorstand in ihr Jubiläumsjahr. Die langjährigen Stammesvorsitzenden Oliver Keil und Markus Müller machen nach fast zehn Jahren den Weg für Sebastian Tobginski und Andreas Knapp frei. Ihre Amtszeit war geprägt durch Aktionen, wie das Viernheimer Seifenkistenrennen, das internationale Sommerlager und einen damit verbundenen regen Austausch mit ausländischen Pfadfindern aus ganz Europa. Auch das vermeintlich einfache Alltagsgeschäft mit Weihnachtsmarkt, Altkleidersammlung und Leiterrunden entwickelte sich durch ihr Engagement und die außergewöhnlichen Kochkünste zu erfolgreichen Aktionen. Der ganze Stamm bedankt sich recht herzlich für ihre großartige Arbeit!
Die neuen Stammesvorsitzenden Andreas Knapp und Sebastian Tobginski, die weiterhin von Pfarrer Ignatius Löckemann als Kurat unterstützt werden, haben das Pfadfindersein von klein auf gelernt und starten hochmotiviert in ihr neues Amt. Die erste Änderung, die am Planungswochenende vor einer Woche beschlossen wurde, ist, dass es in Zukunft keine weiteren Altkleidersammlungen der Pfadfinder geben wird. Grund hierfür ist zum einen die nicht nachvollziehbare Nutzungskette der gesammelten Altkleider und die damit verbundene Zerstörung von Kleidermärkten in Afrika etc. Zum anderen brachten die Sammlungen in den letzten Jahren immer weniger Geld ein, sodass der Aufwand sich nicht mehr lohnt. Um weiterhin jedes Jahr Spenden zu sammeln und verschiedene Projekte zu unterstützen, arbeiten die Pfadfinder momentan an einem neuen Konzept.
Ein Höhepunkt dieses Jahr ist das Jubiläum, 75 Jahre Pfadfinder Viernheim, am Sonntag, den 6. Mai. Der Jubiläumstag beginnt um 10:30 mit einem Gottesdienst in St. Hildegard, bevor es dann ein kleines Fest mit vielen Spielen für Kinder rund um St. Hildegard gibt. Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt. Hierzu sind alle Bürger Viernheims herzlich eingeladen.
Bei Fragen einfach eine E-Mail an info@pfadfinder-viernheim.de