Seelsorge

Albertus Magnus Schule

Bischöfliche Schule und Gemeinde vor Ort
Schule verändert sich mehr und mehr von einem bloßen Lern- zu einem (auch zeitlich umfassenden) Lebens-Raum.  Umso wichtiger ist es, dass es in ihr Zeiten und Orte zum Innehalten und Aussprechen gibt. Wir sehen in diesem Sinn die Aufgabe der Schulseelsorge darin, als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung zu stehen, Schüler, Lehrer und Eltern zu begleiten und zu unterstützen und bei Projekten die annehmende Gelassenheit Gottes im Alltag spürbar werden zu lassen.

Begleitung und Beratung
Wir möchten durch unsere Arbeit einen Raum schaffen, in dem Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen Begegnung mit sich selbst, miteinander und mit Gott ermöglicht wird. Ganz wichtig ist uns dabei die persönliche Begleitung aller Mitglieder der Schulgemeinschaft. Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll! Wer Rat, Trost oder praktische Hilfe sucht oder einfach über „Gott und die Welt“ reden will, findet bei uns Ansprechpartner. Wir unterstützen und moderieren, beraten und begleiten Einzelne, Gruppen oder Klassen in schwierigen Situationen. Ergänzt wird unser Angebot durch die Präsenz unserer Schulpsychologin, die jede Woche an der Schule Sprechstunden anbietet und schnell und unkompliziert erreichbar ist.

Räume zum Innehalten
Mit den regelmäßigen katholischen, evangelischen und ökumenischen Gottesdiensten, die wir in den Klassen bzw. mit der ganzen Schulgemeinschaft feiern, geben wir Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die religiöse Praxis und Tradition unserer Kirchen zu entdecken. Innerhalb des Schulalltags bieten die Gottesdienste Räume zum Innehalten und Atemholen. Sie unterbrechen und verlangsamen den Alltag. Dazu trägt u.a. auch die moderne musikalische Gestaltung der Gottesdienste durch die Sacro-Pop-AG bei.
Zu besonderen Festen und Zeiten des Kirchenjahres, z.B. im Advent, werden regelmäßig weitere Aktionen durchgeführt: Meditationsangebote, Gottesdienste, Mail-Aktionen usw. Aber auch rund um das Abitur bemühen wir uns um Ent-Spannung der Prüflinge.

Pädagogisch und spirituell
Um nur einige Beispiele zu nennen: Die vielfältigen pädagogischen und spirituellen Angebote der Schulseelsorge reichen vom „Albertus-Magnus-Tag“, einem Projekttag für die neuen 5. Klassen, über die Reflexionstage der 10. Klassen bis zu der jedes Jahr stattfindenden „Auszeit“ für Oberstufenschüler, Lehrer und Ehemalige der AMS. Um wichtige Werte wie Respekt, Hilfsbereitschaft u.a. zu fördern, versuchen wir, mit unseren Angeboten in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler präsent zu sein, z.B. mit Aktionen zugunsten unseres Sozialprojekts in Südafrika oder dem Fairplay-Pokal. Eine immer wichtigere Rolle spielt dabei auch die ökumenisch arbeitende J-GCL, eine an der Schule wirkende Jugendgruppe, in der die Schülerinnen und Schüler Zugehörigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten finden und lernen, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Unter den Angeboten für die Eltern sind die pädagogischen Elternabende heraus zu heben, die wir zusammen mit unserer Schulpsychologin durchführen.
Natürlich verändern sich die Themen und Angebote von Zeit zu Zeit. Aber immer ist dabei die Frage zielführend: Was tut uns und den anderen gut? In diesem Sinn möchte die Schulseelsorge an der AMS zum persönlichen Wachstum und zur religiösen Entscheidungsfähigkeit aller Einzelnen sowie zu einem guten und liebevollen Miteinander in der Gemeinschaft beitragen.

Schule und Gemeinde
Mit der Ernennung eines neuen Schulpfarrers im Sommer 2009, der zugleich als Pfarrer in der Pfarrgruppe St. Hildegard und St. Michael arbeitet, hat das Bistum Mainz einen Projektversuch gestartet: Inwieweit können Gemeinden mit einer Schule zusammenarbeiten, kooperieren und Synergie-Effekte erzielen? Die Schulseelsorger sind damit auch Mitglied im Pastoralteam der Pfarrgruppe. Der Seelsorgerat der Gemeinden beschäftigt sich seinerseits mit Themen der Schule. Es gilt im Blick auf die Seelsorge von Kindern und Jugendlichen, von Familien und Kollegium zusammen Ideen zu erarbeiten und der Schule ihren spezifischen Ort in der Kirche Viernheims zu geben. Dies ist heute besonders wichtig, weil die Zeitstrukturen sich deutlich verändern durch den zunehmenden Nachmittagsunterricht, was wiederum Auswirkungen auf die klassische Kinder- und Jugendpastoral der Gemeinden hat.
Dieses Pilotprojekt hat sich sehr bewährt, weil beide "Systeme" voneinander profitieren, sich bereichern und ergänzen. Hier gibt es durchaus auch noch Potential, das mit der Zeit verwirklicht werden wird.

aus: Schulprogramm der Albertus-Magnus-Schule Viernheim 2012

 

Durch Zuwendung das Gesicht der Schule verändern

Schule und Gemeinden suchen gemeinsame Wege der Seelsorge

Schulpastoral, Schulseelsorge ist angetrieben vom Glauben an den Gott Jesu Christi, der seine Option für die Schwachen, für die Kleinen in der Gesellschaft ausgesprochen hat. Und daran wird sich die Praxis der Schulpastoral messen lassen müssen: Wieweit wird es gelingen, dass der Schulalltag wirklich humaner, die Schwachen an der Schule wirklich angesprochen werden und die Botschaft Jesu wirklich als Frohe Botschaft verstanden wird?

Diese Gedanken von Dr. Brigitte Lob aus dem Dezernat Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat Mainz, die für die Schulpastoral zuständig ist, zeigen einen Weg auf, wie sich Kirche im Raum Schule zu engagieren hat.

An unserer Schule tun wir dies in einem Team von haupt- und ehrenamtlichen Seel-sorgern. Pastoralreferent und Religionslehrer Dr. Christoph Mühlum und Pfarrer Ignatius Löckemann bilden den hauptamtlichen katholische Anteil, Thomas Graschtat als Theologe und Religionslehrer den evangelischen Anteil. Dazu kommen noch vier Kollegen/-innen aus der Schule.

Durch die Ernennung von Ignatius Löckemann zum Schulpfarrer im Sommer 2009 wird zudem eine Brücke geschlagen zur Viernheimer Pfarrei St. Hildegard-St. Michael, wo Pfarrer Löckemann ebenfalls arbeitet. Diese Personalunion wird verbunden mit einem Pilotprojekt des Bistums: Inwieweit können Gemeinden mit einer Schule zusammenarbeiten, kooperieren und Synergie-Effekte erzielen?

Dr. Mühlum ist nun auch Mitglied im Pastoralteam der Pfarrgruppe. Der Seelsorgerat der Gemeinde beschäftigt sich so mit Themen der Schule. Es gilt im Blick auf die Seelsorge von Kindern und Jugendlichen, von Familien und Kollegium zusammen Ideen zu erarbeiten und der Schule einen Ort in der Kirche Viernheims zu geben. Dies ist wichtig heute, denn die Zeitstrukturen verändern sich deutlich durch den zunehmenden Nachmittagsunterricht und dies hat wieder Auswirkungen auf die klassische Kinder-und Jugendpastoral der Gemeinden.

  • So feiert die Schulgemeinde ihren Großgottesdienste in der Michaelkirche,
  • so gibt es erste gemeinsame Veranstaltungen und Planungen, wie die Taizéfahrt der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Schulseelsorge,
  • so unterstützten Ehrenamtliche des traditionellen Spendenlauf der Gemeinde den Sponsorenlauf der Schule,
  • so übernahm die Schule Mitverantwortung beim Projekt Masiphumelele, einem Kindergarten im gleichnamigen Township bei Kapstadt/Südarfika, der seit Jahren von den Gemeinden gefördert und gestaltet wird, inkl. der Arbeit mit den Müttern dort,
  • so gibt es seit dem Advent 2009 Rorate-Gottesdienste der Gemeinde, die in der Schulkapelle stattfinden,
  • so wurde eine Werktagsmesse der Gemeinde in die Schule verlegt (dienstags um 19.00).

Dies alles sind erste, ermutigende Versuche Gemeinde mit Schule in Kontakt zu bringen.