Seelsorge

Orgel

Gerhard Knapp, Organist in St. Michael, ist sozusagen Zeitzeuge. Hier seine Erinnerungen an die Anschaffung der Kemper-Orgel im Jahr 1964:

Bis Mitte des Jahres 1964 gab es in Sankt Michael nur eine elektronische Orgel mit Fußbass. Wir waren ganz stolz, denn es war eine echte "Hammond".

Im Juli/August lagen dann die ganzen Einzelteile einer neuen Orgel auf der Empore - ca. 2.200 Pfeifen und Teile. Die Längste mit ca. 5,00 m und ganz aus Kupfer bis zur Kleinsten mit ca. 20 cm. Ein imposantes Bild.

Nur der Spieltisch mit zwei Manualen und dem Fußbass waren an einem Stück. Alle anderen Teile mussten von den Mitarbeitern der Firma Kemper aus Lübeck zusammengebaut werden. Es galt unzählige Relais zu verschrauben und anzuschließen. Jeder einzelne Ton musste für jedes der zwölf Register verkabelt werden, denn der Tonimpuls wurde elektrisch über die Relais erzeugt. Das war in den 60-iger Jahren "hochmodern." Kostenmäßig war die Anschaffung noch überschaubar. Ca. 80.000,-- DM, also ca. 40.000,-- EURO war vergleichsweise günstig.

Als alle Pfeifen, 1782 Stück, untergebracht waren und das Orgelprospekt hoch über die Empore ragte, begann die eigentliche Arbeit. Jede einzelne Pfeife musste gestimmt werden. Stundenlang musste ich auf Zuruf des Stimmers die richtige Taste drücken. Das Ganze dauerte über drei Monate.

Im Oktober 1964 war dann die Einweihung bei einem feierlichen Gottesdienst. Pfarrer Volk war sichtlich stolz auf die neue Errungenschaft.

Gerhard Knapp